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Hildburghausen - Die Türen im Landratsamt standen am Samstagvormittag weit offen, und so wird das auch noch heute und morgen sein. Nicht allein die Türen zu den Büros der Angestellten, sondern auch die zusätzlichen, die in der Eingangshalle aufgestellt worden sind. Es sind dies - neben kunstvoll gefertigten Möbelstücken - die Gesellenstücke der angehenden Tischler aus der Region. Bereits zum dreizehnten Mal gibt es hier eine solche Ausstellung, bei der die jungen Facharbeiter auf ihre Leistungen und den Berufsstand insgesamt aufmerksam machen.
"Das Niveau wird immer besser", zieht Günther Wölfing ein erstes Fazit, wenn er die Gesellenstücke des diesjährigen Jahrgangs in der Tischlerausbildung betrachtet. Er kann es einschätzen wie kaum ein anderer, steht er doch seit vielen Jahren der Prüfungskommission vor. Er hat junge Männer zu Gesellen "geschlagen", die später bei ihm auch die Meisterprüfung abgelegt haben - und heute als Firmeninhaber ihre Lehrlinge in die Obhut von Günther Wölfing geben. Mehr Fertigkeiten, mehr Bewegung in der eigenen Kreativität und ein großes Engagement bescheinigt der Prüfer den 20 Bewerbern um den Gesellenbrief im Tischlerhandwerk. Die Lehrlinge kommen aus den Landkreisen Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen, die seit Jahren eine gemeinsame Tischlerinnung bilden, in die seit kurzem auch noch Suhl aufgenommen worden ist, weil die kreisfreie Stadt ihre Innung aufgelöst hat. "Wir können stolz sein auf die hochqualifizierte Ausbildung, die es so in kaum einem anderen europäischen Land gibt", sagt Günther Wölfing. Nur in zwei Ländern gebe es in diesem Berufsstand noch eine Meisterausbildung. Und wo keine gut ausgebildeten Meister sind, leide auch die Ausbildung der Gesellen in ihrer Qualität. Landrat Thomas Müller macht den jungen Leuten Mut. Selbst einmal als Berufsschullehrer für den Tischlernachwuchs verantwortlich, hat er noch heute eine enge Beziehung zum Werkstoff Holz. "Noch vor einigen Jahren haben wir die Meisterbetriebe gebeten, doch auszubilden. Und für junge Leute war es schwer, eine Lehrstelle zu finden. Doch das Blatt hat sich gewendet.", so der Landrat. Jetzt gebe es Betriebe, die händeringend nach guten Bewerbern suchen.
Dank an Lehrmeister
Die geburtenschwachen Jahrgänge seien dafür nicht der einzige Grund. Auch der Wunsch nach solider handwerklicher Leistung sei wieder größer geworden. Das bestätigt auch der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ralf Holland-Nell. Weit mehr Industriebetriebe hätten in den letzten Jahren Insolvenz angemeldet als Handwerksbetriebe aus der Region.
Landrat
Thomas Müller gratuliert Philipp Neumann aus Rappelsdorf
(Ausbildungsbetrieb Schreinerei Hartmut Geißenhöner in Waldau) zum
zweitbesten Gesellenstück. Fotos: W. Swietek Bild: |
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Ehe die Junggesellen dann ihre (vorläufigen) Zeugnisse erhielten
Nur einer hat das "Klassenziel" nicht erreicht, muss sein Gesellenstück, das den letzten Teil der Prüfung darstellt, später noch einmal der Prüfungskommission vorstellen. Den Eltern gebühre der Dank, weil sie den Lehrlingen stets den Rücken frei gehalten haben, sie auf vielerlei Weise unterstützt haben. Aber auch den Lehrern in der Berufsschule sei zu danken und den Lehrmeistern in der praktischen Ausbildung, den Betrieben, die immer wieder Lehrstellen zur Verfügung gestellt haben. Eine besondere Auszeichnung gibt es dann für drei der Prüflinge, deren Gesellenstücke die beste Bewertung erhalten hatten. Das beste Stück hat René Maurer aus Sülzfeld (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) hergestellt. Stolz darauf kann nicht nur er selbst sein, sondern auch sein Ausbildungsbetrieb, die Bau- und Möbeltischlerei Frank Döll in Meiningen. Kaum schlechter wurde die Arbeit von Philipp Neumann aus Rappelsdorf bewertet, der seine Lehre in der Schreinerei Hartmut Geißenhöner in Waldau absolviert hat. Auf einen achtbaren dritten Platz kam Christian Nebling aus Schleusingen. Seine Ausbildung erhielt er im Südthüringischen Bildungszentrum Holz e.V. Kloster Veßra (SBZ).
Fachkräfte wieder gefragt
Die meisten der 20 Junggesellen haben bereits eine Arbeitsstelle. Doch auch die, die noch keinen Arbeitsvertrag unterschrieben haben, machen sich offenbar keine Sorgen um ihre Zukunft, sind doch gut ausgebildete Fachkräfte heute gefragter denn je. Viele Interessenten hatten bereits am ersten Tag die Schau besucht, mit den jungen Leuten und ihren Lehrmeistern manchen fachlichen Disput geführt. Unter ihnen auch eine Delegation aus Hildburghausens Partnerstadt Würselen unter Leitung von Altbürgermeister Werner Breuer. Auch heute und morgen kann die Ausstellung im Landratsamtes besichtigt werden







